
Waldbrand im Hosterwald: 78 Stunden gemeinsam gegen die Flammen

Das Feuer breitete sich im unwegsamen Waldgelände schnell aus. Eine massive Rauchsäule war weithin über dem Hosterwald und dem Illtal sichtbar, Rauchschwaden zogen zeitweise über die angrenzenden Ortschaften. Die Einsatzkräfte standen von Beginn an vor besonderen Herausforderungen: Das Gelände war schwer zugänglich, Löschwasser stand unmittelbar im Wald nicht zur Verfügung und musste über weite Strecken zur Einsatzstelle transportiert werden. Gleichzeitig breitete sich das Feuer weiter aus.
AUSSERGEWÖHNLICHE EINSATZLAGE FESTGESTELLT

Innerhalb kurzer Zeit wurde eine umfangreiche Führungsstruktur aufgebaut. In unmittelbarer, jedoch sicherer Nähe des Schadensgebietes nahm die Einsatzleitung ihre Arbeit auf. Der Einsatz wurde in verschiedene Einsatzabschnitte gegliedert und die zahlreichen Kräfte und Aufgaben zentral koordiniert. Über die gesamte Einsatzdauer arbeiteten Feuerwehren, Deutsches Rote Kreuz, Malteser, Polizei, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk, Forst, Land, Landkreis und kommunale Stellen und zahlreiche weitere Beteiligte eng zusammen.
WALDBRAND BEDROHT LANDWIRTSCHAFTLICHEN BETRIEB

Die Brandfläche vergrößerte sich im Verlauf des Einsatzes von zunächst rund drei Hektar auf insgesamt etwa 18 Hektar.
MEHR ALS SECHS KILOMETER WASSERFÖRDERUNG

Eine besonders wichtige Unterstützung leisteten dabei die Landwirte, Forstwirte, Bau- und Lohnunternehmer aus der Region. Zwischenzeitlich waren mehr als 20 hilfsbereite Unternehmer mit Traktoren und Wasserfässern, Tankzügen, Forst- und Baumaschinen im Einsatz. Sie unterstützten die Einsatzkräfte kontinuierlich beim Transport und bei der Bereitstellung großer Mengen Löschwasser und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Wasserversorgung.

Zusätzlich wurden auf Freiflächen Löschwasserdepots eingerichtet. Diese dienten unter anderem der Versorgung der aus Hessen angeforderten Polizeihubschrauber.
Die beiden Hubschrauber IBIS 1 und IBIS 3 der hessischen Landespolizei unterstützten die Kräfte am Boden mit 87 Löschwasserabwürfen aus ihren Außenlastbehältern. Damit brachten die beiden durch @fire koordinierten Polizeihubschrauber zusammen rund 60.000 Liter Löschwasser aus der Luft auf die Brandfläche.
DROHNEN LIEFERTEN WICHTIGE LAGEBILDER

BEVÖLKERUNG ÜBER NINA UND KATWARN GEWARNT

Meldungen über Social-Media und WhatsApp-Kanäle brauchten hier eine direkte Information der Bevölkerung. Aufgrund der Rauchentwicklung sollten Fenster und Türen geschlossen gehalten sowie Klima- und Lüftungsgeräte abgeschaltet werden. Das gesamte betroffene Waldgebiet wurde gesperrt. Wiederholt appellierten Gemeindeverwaltung und Einsatzleitung an die Bevölkerung, Absperrungen zu beachten, Zufahrts- und Rettungswege freizuhalten und auf Einsatzstellentourismus zu verzichten.
KAMPFMITTELBESEITIGUNGSDIENST BEGUTACHTET BRANDFLÄCHE

LOGISTIKZENTRUM VERSORGT TAUSEND EINSATZKRÄFTE

In Spitzenzeiten wurden dort rund 400 Mahlzeiten nahezu gleichzeitig vorbereitet, ausgegeben beziehungsweise an die Einsatzabschnitte transportiert. Über die gesamten vier Einsatztage hinweg wurde so eine kontinuierliche Versorgung der Einsatzkräfte sichergestellt. Auch die Einsatzhygiene spielte bei dem mehrtägigen Einsatz eine wichtige Rolle. An mehreren Stellen wurden WC-Einheiten bereitgestellt. Zusätzlich stand den Einsatzkräften ein Duschcontainer zur Verfügung.
PRESSE- UND MEDIENZENTRUM DIREKT VOR ORT

SAARFORST MIT ERFAHRUNGSWISSEN UND SCHWEREM GERÄT IM EINSATZ

UNTERSTÜTZUNG ÜBER LANDES- UND STAATSGRENZEN HINWEG

Parallel zu diesem kam auch ein zweiter Roboter des Katastrophenschutzes Sankt Wendel zum Einsatz. Der Waldbrand im Hosterwald wurde damit zu einem Einsatz, bei dem kommunale, überörtliche, landesweite und internationale Hilfe ineinandergriffen. Auch speziell für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung ausgebildete Einsatzkräfte von @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V. unterstützten die Arbeiten im Hosterwald. Die Organisation verfügt über besondere Expertise in der Vegetationsbrandbekämpfung und bildet ihre Einsatzkräfte nach internationalen Standards für Einsätze in schwierigem und unwegsamem Gelände aus. Die Spezialkräfte brachten ihr Fachwissen und ihre Erfahrung unmittelbar in die Brandbekämpfung ein und ergänzten damit die eingesetzten Feuerwehreinheiten.
POLITISCHE VERTRETER INFORMIERTEN SICH VOR ORT
Während des mehrtägigen Einsatzes informierten sich auch zahlreiche Vertreter von Land, Landkreis und Kommune unmittelbar an der Einsatzstelle über die Lage und die Arbeit der Einsatzkräfte. Unter anderem waren Innenminister Reinhold Jost, Umweltministerin Petra Berg sowie Dr. Dominik Lorenz, Leiter des Referates F1 Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im Ministerium für Inneres, Bauen und Sport, vor Ort. Über die gesamte Einsatzdauer begleiteten insbesondere Bürgermeister Andreas Hübgen und Landrat Sören Meng die Lage regelmäßig vor Ort. Auch Landesbrandinspekteur Timo Meyer, Brandinspekteur Michael Sieslack und der Illinger Wehrführer Sascha Cattarius waren kontinuierlich in die Lagebewältigung eingebunden.
„WAS MÖGLICH IST, WENN ALLE HAND IN HAND ARBEITEN“
Bürgermeister Andreas Hübgen zeigte sich nach Abschluss des Einsatzes beeindruckt von dessen Dimensionen:
Landrat Sören Meng erklärt:
Brandinspekteur Michael Sieslack zieht Bilanz:
Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften und beteiligten Organisationen, die über viele Stunden und teilweise mehrere Tage hinweg mit großem Engagement im Einsatz waren. Ebenso danke ich den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die ihre Einsatzkräfte für diesen außergewöhnlichen Einsatz freigestellt haben, sowie den Familien und Angehörigen, die diesen Einsatz im Hintergrund mitgetragen haben. Den im Einsatz verletzten Kameradinnen und Kameraden sowie Einsatzkräften wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung.“
Landesbrandinspekteur Timo Meyer erklärt:
EIN EINSATZ DER NUR GEMEINSAM BEWÄLTIGT WERDEN KONNTE
Nach fast vier Tagen intensiver Brandbekämpfung, Nachlöscharbeiten, Kontrollen und Sicherungsmaßnahmen konnte der Feuerwehreinsatz am Mittwoch, 19. August 2026, gegen 19 Uhr beendet werden. Damit auch die Außergewöhnliche Einsatzlage. Hinter den Einsatzkräften lagen zu diesem Zeitpunkt 78 Stunden Einsatzdauer. Der Waldbrand im Hosterwald hat eindrucksvoll gezeigt, welche personellen, technischen und logistischen Ressourcen für die Bewältigung einer solchen Lage erforderlich sind. Gleichzeitig hat der Einsatz gezeigt, wie professionell die unterschiedlichen Einheiten der Blaulichtfamilie, Behörden, kommunalen Stellen, Forst, Landwirtschaft und weitere Unterstützer auch über Landkreis-, Landes- und Staatsgrenzen hinweg zusammenarbeiten.
- Einsatzgebiet: Hosterwald zwischen Hirzweiler und Wustweiler, Gemeinde Illingen, Landkreis Neunkirchen im Saarland
- Alarmierung: Sonntag, 16. August 2026, 12:55 Uhr
- Ende des Feuerwehreinsatzes: Mittwoch, 19. August 2026, 19:00 Uhr
- Einsatzdauer: 78 Stunden und 5 Minuten – entsprechend 4.685 Minuten bzw. rund 3,25 Tagen
- Brandfläche: Zunächst rund 3 Hektar, im weiteren Verlauf Ausdehnung auf rund 18 Hektar
- Besondere Herausforderungen: Schwer zugängliches und unwegsames Waldgelände, schnelle Brandausbreitung und fehlende Löschwasserversorgung unmittelbar im Einsatzgebiet
- Gefährdeter landwirtschaftlicher Betrieb: Rund 70 Pferde und 300 Kühe; der Betrieb konnte erfolgreich gegen ein Übergreifen des Feuers verteidigt werden
- Einsatzlage: Feststellung einer Außergewöhnlichen Einsatzlage nach dem Saarländischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes
- Mehr als 1.000 Einsatzkräfte, mehr als 500 gleichzeitig im Einsatz
- Herkunft der Einsatzkräfte: Gesamtes Saarland sowie Unterstützung aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg
- Beteiligte Organisationen und Einheiten: Feuerwehren, DRK, Malteser, THW, Polizei, Ortspolizei, Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV), Baubetriebshof, SaarForst sowie verschiedene Fachzüge und Facheinheiten des Katastrophenschutzes
- Luftunterstützung: Zwei Polizeihubschrauber der Polizeifliegerstaffel Hessen (IBIS 1, IBIS 3) mit Löschwasser-Außenlastbehältern. 87 Abwürfe mit insgesamt rund 60.000 Litern Wasser
- Wasserförderung: Mehr als sechs Kilometer Schlauchleitungen zur Einsatzstelle
- Drohnen: zwei Drohneneinheiten aus dem Landkreis Neunkirchen, eine Drohne aus dem Landkreis St. Wendel, sowie Drohnen von Polizei und Fernmeldezug
- Internationale Unterstützung: Spezialeinheit des luxemburgischen CGDIS mit Löschroboter und „@fire“ Spezialkräften für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
- Kampfmittelbeseitigungsdienst: Vorsorgliche Sondierung von Teilen der Brandfläche; keine Kampfmittelfunde
- Versorgung: Logistik- und Versorgungszentrum an der Dorfwaldhalle Hirzweiler; zeitweise Zubereitung von rund 400 Mahlzeiten gleichzeitig
- Einsatzhygiene: WC-Einheiten an mehreren Standorten sowie Duschcontainer für die Einsatzkräfte
- Medienarbeit: Presse- und Medienzentrum mit dem Fachzug PUMA
- Vor Ort: Innenminister Reinhold Jost, Umweltministerin Petra Berg und Dr. Dominik Lorenz, Leiter des Referates F1 „Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement“
- Regelmäßig während des Einsatzes vor Ort bzw. in die Lagebewältigung eingebunden: Bürgermeister Andreas Hübgen, Landrat Sören Meng, Landesbrandinspekteur Timo Meyer, Brandinspekteur Michael Sieslack und Wehrführer Sascha Cattarius
Die hier veröffentlichten Angaben geben den Sachverhalt vereinfacht wieder. Sie können von den Angaben im Einsatzbericht abweichen und haben daher keine rechtliche Aussagekraft. Als einziges amtliches Dokument dient nur der schriftliche Einsatzbericht des Einsatzleiters.














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